Das Warum...
Trete ich morgens aus dem Haus und finde auf dem Bürgersteig achtlos weggeschnippte Kippen und gebrauchte Papiertaschentücher, dann gerät mein Blut schon in Wallung. Kommt dazu an der S-Bahn Haltestelle noch ein von der Nacht Gestrandeter, der meint, unbedingt in den nächsten Blumenkübel urinieren zu müssen, dann habe ich bereits Eierkochtemperatur. Und wird das ganze dann um kurz vor halb sechs von einer durch den gesamten Wagon klingenden Handyunterhaltung komplettiert, könnte ich problemlos einen Dampfgarer antreiben. Bin ich deshalb ein Spießer? Das würde ich verneinen, denn ich bin mir durchaus im Klaren, dass das Leben interessanter und abwechslungsreicher ist, wenn man hie und da mal über die Stränge schlägt.
Doch muss all dies immer zu Lasten anderer geschehen? Können die wegwerfwütigen Passanten ihre Kippen nicht in die nächste Tonne oder zumindest in den eigenen Vorgarten werfen? Wäre es wirklich das Ende der Welt, wenn man - auch nach durchzechter Nacht - für bestimmte Bedürfnisse nicht nur einen stillen Blumentopf sondern gleich ein Stilles Örtchen aufsuchen würde? oder wenn man nicht den ganzen Zug früh morgens mit Details aus seinem Privatleben erschlagen würde?
Obwohl wohl jeder - ob insgeheim oder auch offen - auf diese Fragen mit einem klaren NEIN antworten würde, so finden sich doch immer wieder genügend Egozentriker, die dieses Nein nicht auf sich selbst beziehen.
Doch das ist nicht nur ein Phänomen der mehr oder weniger einfachen Leute. Auch bei den Inhabern höherer Ämter, bei Unternehmern, und Politikern macht sich die kollektive Kopflosigkeit breit.

Das Tagebuch eines Wutbloggers ist eine direkte Kriegserklärung an diese Trotzdem-Sager und die, die ihnen mit Gleichgültigkeit begegnen. Und ein Aufruf zu mehr Mut zu mehr Kopf!